Zuwachs und neue Leistungen bei der Diakonie
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Gut besucht war die Weihnachtsfeier der Diakonie Regensburg. Sie hatte mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Oswald begonnen und endete mit einem Essen in der Gaststätte Spitalgarten in Stadtamhof. Umrahmt von ansprechenden musikalischen Einlagen des Saxofonisten Bertl Wenzl und Stephan Brandl an der Gitarre stellte Diakonie-Chefin Sabine Rückle-Rösner ihren Jahresrückblick unter das Motto „was uns bewegt, hält uns lebendig.“
„An Bewegung hat es uns in diesem Jahr nicht gemangelt“, fasste Rückle-Rösner viele Ereignisse zusammen, „und sie trägt bei zu Stabilität“. Insgesamt habe „die Rehabilitationsphase erfolgreich fortgesetzt“ werden können (…). Damit sei die Diakonie Regensburg „auf einem guten Gesundungs-Weg. Sie hat sich stabilisiert und ist in kleinen Schritten gewachsen.“ Beispielhaft führte sie „personellen Zuwachs und Verstärkung der Bezirksstelle“, das Projekt „Zusammenarbeit Kirche und Diakonie im Bereich der Offenen Seniorenarbeit“, zusätzliche Plätze beim Betreuten Einzelwohnen und „neue inhaltliche Leistungen bei der ISB“ (Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung) an. Außerdem konnte „endlich der Verkauf des Studentenwohnheimes Lutherhaus abgeschlossen“ werden, hob sie hochgestimmt hervor.
Gemeinsam mit Verwaltungsleiter Wilhelm Pöschel verabschiedete sie anschließend Diakon Klaus Neubert, den bisherigen Einrichtungsleiter des Seniorenheims in Nittendorf. Er ist Anfang Dezember in die Leitung der Evangelischen Gesamtkirchenverwaltung gewechselt. Zum Abschied erhielt Neubert zwei fröhlich grinsende Tonfiguren aus dem Johann-Hinrich-Wichern-Haus, die das biblische Paar Maria und Josef darstellen.
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Geheimnisvolles „VR“ in Dekans Terminbuch
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Sitzungen des Verwaltungsrates kürze er „gewöhnlich mit den Buchstaben „V“ und „R“ – „VR“ im Kalender ab. Bei der Weihnachtsfeier der Diakonie in der Kirche St. Oswald plauderte Dekan Eckhard Herrmann ein wenig aus dem Nähkästchen. So könne „V“ auch für Verpflichtung, Verantwortung oder Vertrauen stehen, „um die Sache diakonisches Handeln in unserem Dekanat, in dieser Stadt und in dieser Gesellschaft zu fordern und zu fördern.“ Für Herrmann sind es wichtige Eigenschaften, welche die Mitglieder des alten, wie des neuen Verwaltungsrates bei ihrem ehrenamtlichen Engagement in hohem Maße an den Tag legen. „Nur so, … in einer Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens“, zwischen Verwaltungsrat und Vorstand der Diakonie, „lassen sich die Aufgaben sinnvoll und zum Wohle nicht der Diakonie, sondern zum Wohle der Menschen, für die die Diakonie da sein will und da sein muss, bewältigen.“
Den Dank an alte, wie neue Verwaltungsräte verbanden Dekan Herrmann und Sabine Rückle-Rösner, tatkräftige Vorstandsfrau der Diakonie, mit Blumen und einem kleinen Geschenk in den Diakoniefarben. Im „Sammelsurium“, einem anregenden Büchlein des Grafikers Philip Starzinger, könne „man manches Kuriose, Geheimnisvolle und Wissenswerte über Regensburg entdecken“.
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Beherzter Mittfünfziger scheut keinen Einsatz
Schuldnerberater Dr. Ernst Lack wird bei der Jahresfeier der Diakonie für langjährige Tätigkeit mit Kronenkreuz geehrt |
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Vom 1. März 1986 bis heute hat Dr. Ernst Lack Tausenden geholfen, die teilweise bis über beide Ohren verschuldet waren. Der Volkswirtschaftler begleitet und berät bei der Diakonie Regensburg seit über 25 Jahren Menschen, die in einer finanziellen Zwangslage stecken und damit alleine nicht mehr fertig werden. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Scheidung: Das sind drei Größen, die fast immer beteiligt sind, wenn jemand in einen Strudel aus Schulden, Pfändungen und Pleiten geraten ist.
Bereits im Studium an der Universität Regensburg mit Schwerpunkt „Kredit und Währung, wobei auch Sozialpolitik mit hereingespielt hat“, war dem gebürtigen Karether der „soziale Aspekt wichtig“. Bis heute macht ihm „der Umgang mit Leit`“ am meisten Spaß in seinem Beruf als Schuldnerberater. Rund 150 Klienten aus der Stadt und dem Landkreis Regensburg sind es im Jahr, mit denen er über einen längeren Zeitraum – manchmal viele Monate – intensiv arbeitet. Auflistung der Schulden, Verhandlungen mit Banken und anderen Gläubigern, Aushandeln von Vergleichen, Ratenplan und Überwachung vereinbarter Ratenzahlungen. Dazu kommen täglich telefonische Anfragen, Auskünfte zwischendurch und Beratungen, die im Sand verlaufen. Es sind viele Schritte mit mannigfachen Komplikationen, bis Lack einem Verschuldeten wieder aus dem Teufelskreis heraus geholfen hat. Je nach individueller Eigenart, ist jemand eher zögerlich oder forsch, funktioniert ein solcher Entschuldungsprozess mal gut, ein anderes Mal nur mühsam und kostet entsprechend viel Zeit und Einsatz.
Den scheut der beherzt wirkende Mittfünfziger auch nicht, wenn es darum geht einem mittellosen Westfalen zu einer Zugkarte zu verhelfen. Oder wenn er ausnahmsweise mal einen geringen Betrag herleiht, damit ein Klient den dringend erforderlichen Ersatzpersonalausweis ausgestellt bekommt. Geärgert hat er sich vor einiger Zeit über eine Schuldnerin, die mit treuherzigem Augenaufschlag meinte „Was? Das soll ich auch noch zurückzahlen?“ Lack hatte ihr angeboten eine Fahrkarte zu besorgen, damit sich die Alleinerziehende bei einem Arbeitgeber vorstellen konnte.
Bei einem Gottesdienst mit anschließender Jahresfeier in der Kirche St. Oswald ist der bekennende Veganer, der mit seiner Familie in Wörth lebt, mit einem Goldenen Kronenkreuz ausgezeichnet worden. Sabine Rückle-Rösner, Vorstand der Diakonie und Verwaltungsrat-Chef Dekan Eckhard Herrmann dankten Dr. Lack für seine langjährige Tätigkeit. „Mit ihrer Hilfe“, meinte Rückle-Rösner, „haben viele Menschen wieder Boden unter den Füssen gewonnen und können wieder normal am Leben teilhaben“. Dekan Herrmann überreichte dem Geehrten die filigrane Anstecknadel und eine von den Präsidenten der Diakonie Deutschlands und Bayerns unterzeichnete Urkunde.
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Hortkinder packen Geschenke für Ärmere
Diakonie verteilt gut gefüllte Pakete aus dem Kinderhort Napoleonstein zu Weihnachten |
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Schenken und beschenkt werden. Ein guter Brauch, der zu Weihnachten manchmal erdrückend wird. Wenn für ein Kind das ersehnte Computerspiel ausbleibt oder das neue Fahrrad auf irgendwann verschoben wird, weil die Familie zu wenig Geld zur Verfügung hat, sind Enttäuschung, Tränen und Frust vorprogrammiert. Alleinerziehende Elternteile und Familien, in denen das Einkommen nicht einmal für den normalen Lebensunterhalt ausreicht, können davon ein Lied singen.
Um hier zu helfen, hat die Elternvertretung des Kinderhorts Napoleonstein eine Päckchenaktion ins Leben gerufen. Viele Kinder des Horts haben sich beteiligt und freiwillig Spielsachen, Bücher, Kleidung und Süßigkeiten hergegeben. Damit sind rund zwanzig gut gefüllte Weihnachtspakete zusammen gekommen. Kürzlich hat die Diakonie-Chefin Sabine Rückle-Röser diese im Hort an der Bajuwarenstraße abgeholt. Karin Meinel und Carmen Hoogwaerts vom Elternbeirat erzählten, dass sich die Eltern bewusst nicht an einer überregionalen Aktion beteiligen wollten, „weil es auch hier, wo wir leben, Armut und Menschen gibt, die wenig haben“. Deshalb hätten alle zugestimmt, fertige Pakete über die Diakonie an Familien zu geben, die mit den Geschenken auch etwas anfangen und diese gebrauchen können. „Anfänglich“, berichtete eine Mutter, sei es „nicht gerade leicht gewesen“, den Sprössling davon zu überzeugen, „etwas von seinen vielen Sachen abzutreten“. Als er aber gesehen habe, dass immer mehr Kinder im Hort eifrig dabei sind, „ist er plötzlich ganz alleine mit Sachen gekommen“.
Die Fachberaterinnen der diakonischen Beratungsdienste für Alleinerziehende, der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) und der Arbeitslosenberatung IBW bringen die schön verpackten Geschenkpakete im Laufe der Woche zu Familien, die sich für Weinnachten vieles vom Mund absparen müssen.
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Preiswürdige Juristin berät Arbeitslose
Evi Kolbe-Stockert unterstützt bei der Diakonie Arbeitssuchende / Bürgerpreis für ehrenamtliches Projekt „MärchenKinder“ |
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Verstärkung hat das Sozialteam der Diakonie Regensburg bekommen. Seit kurzem arbeitet Evi Kolbe-Stockert in der Beratungsstelle IBW (Information-Beruf-Weiterbildung) im Alumneum mit Monika Huber zusammen. Die beiden Fachfrauen beraten Hartz-4-Empfänger, helfen bei Anträgen und unterstützen Arbeitslose bei der Suche nach einem Job.
Ihren ersten Kurzurlaub hat die Juristin kürzlich auf Einladung des Projektbüros Deutscher Bürgerpreis in Berlin verbrachte. Aus der Hand von Günter Henneke vom Deutschen Landkreistag nahm sie dort den 2. Preis des Deutschen Bürgerpreises 2011 in der Kategorie „Alltagshelden“ entgegen. Ausgezeichnet wurde Kolbe-Stockert mit Ihrem Projekt „MärchenKinder“, welches Sie seit 2005 ehrenamtlich mit Kindern der Grundschule Napoleonstein durchführt. Inzwischen gibt es die „MärchenKinder“ als Nachfolgeprojekt auch in anderen Städten wie beispielsweise in Magdeburg.
Grundschulkinder aus Familien mit Migrationshintergrund lesen dabei in Kindergärten Märchen vor. Damit verbessern sie ihre Deutschkenntnisse, gewinnen Selbstbewusstsein und werden zu Vorbildern für die Jüngeren Gleichzeitig führen sie diese spielerisch an die deutsche Sprache heran. In einer zweiten Grundschule, der Pestalozzi-Grundschule, haben MärchenKinder sogar eigene Geschichten aus ihrem Alltag aufgeschrieben. Illustriert mit Fotos und selbst gemalten Bildern, entstand das erste MärchenKinder-Buch. In Berlin stand Kolbe-Stockert neben Initiativen aus ganz Deutschland auf der Bühne. Der in vier Kategorien vergebene Bürgerpreis wird vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband gefördert.
Nach einem Jurastudium und zweitem Staatsexamen hat die Juristin in einer Kanzlei gearbeitet. Es folgte eine Kinder- und Familienpause, bevor Kolbe-Stockert über ehrenamtliches Engagement für die Freiwilligenagentur und das Frauen- und Kinderschutzhaus des Sozialdienstes Katholischer Frauen wieder ins Berufsleben eingestiegen ist. Als Honorarkraft war sie in Projekten für die Stadt Regensburg beteiligt, baute Netzwerke auf, war tätig im Bereich Integration. Nebenbei durchlief sie ein Zusatzstudium „internationale Handlungskompetenz“ und engagierte sich zusammen mit dem islamisch-arabischen Kulturverein in der Hausaufgabenbetreuung.
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Neu-Regensburger verschenkt „Erleuchtung“
Wohnheim für psychisch kranke Menschen erhält ungewöhnliche Spende aus der Nachbarschaft |
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„Aufräumen gehört nicht zu meinen Stärken“, entschuldigt sich Albrecht Wilhelm bei seinem Besucher. Der Blick durch ein großes Südfenster bleibt an einem Objekt aus farbigen Glasteilen und Draht hängen. Wie magisch zieht es die Augen auf sich. Der pensionierte Altphilologe hängt an dem poetischen Gebilde. Es ist eines der Kunstwerke, mit denen sich der frühere Gymnasiallehrer gern umgibt und das nach seinem Umzug nach Regensburg sofort einen neuen Platz gefunden hat.
Allerdings konnte Wilhelm nicht alles, was sich im inzwischen verkauften Haus bei Viechtach in Jahrzehnten an Kunst angesammelt hatte, in der viel kleineren Wohnung am Galgenberg wieder aufhängen. Das Bild eines tschechischen Malers und zwei Stadtansichten, Prag und Regensburg, zieren das neue Wohnzimmer. In einer Ecke steht eine Glasvitrine mit formschönen Vasen und Schalen des Glaskünstlers Bernhard Schagemann. Zwei der Bilder, die keinen Platz mehr gefunden haben, hat Wilhelm kürzlich dem Johann-Hinrich-Wichern-Haus in der Nachbarschaft geschenkt. „Es macht Freude etwas zu verschenken, wenn man weiß, es ist gut aufgehoben und bekommt einen schönen Platz“, erklärt der 71-jährige Kunstliebhaber bescheiden. „In dem Wohnheim sehen viele Leute die Kunst“.
Neben einem Druck des ungarisch-französischen Op-Art-Künstlers Victor Vasarely hat Wilhelm der diakonischen Einrichtung ein Original des Münchner Malers Heiko Herrmann (Kollektiv Herzogstrasse) aus dem Jahr 1993 vermacht. Es ist ein ungegenständliches Gemälde voller Dynamik, mit gedeckten Farben und breitem, heftigem Pinselstrich gestaltet. „Die Farben sind das Rohmaterial“, hat Hermann über seine Kunst geschrieben, „die ausufernde Emotion im Bild, die Erreger, die Drogen, die Lustmacher, bieten sich aber auch als „Wegweiser der Verwirrung“ an.“ Ob das „Erleuchtung“ betitelte Bild bei Bewohnern und Besuchern des Wichern-Hauses eher Verwirrung stiftet oder Lust macht mehr sehen zu wollen, wird sich noch herausstellen. Für Peter Rummel, Leiter der sozialtherapeutischen Einrichtung, ist die ungewöhnliche Spende jedenfalls „ein echter Gewinn“. Sie bringen neben Bildern, „die von unseren Bewohnern gestaltet worden sind“ und der Dekoration dienen, „spannende moderne Kunst ins Haus und geben dem Raum eine neue Ausstrahlung“.
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„Engel der Lebensfreude…“
Acht ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen im Seniorenheim Bogen mit Kronenkreuzen geehrt |
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Zwei Köpfe beugen sich erwartungsvoll über das aufgeklappte Schmucketui, das eine der Frauen in der Hand hält. „So elegant und schlicht“, schwärmt die eine, „eigentlich richtig vornehm, gell“, bekräftigt die andere. Im Foyer des Leonhard-Kaiser-Hauses zeigt eine Bogenerin, die seit über 30 Jahren ehrenamtlich bunte Nachmittage für die Heimbewohner organisiert und Besuche macht, einer Freundin ihr „Goldenes Kronenkreuz “. Wenig zuvor hat sie es von Sabine Rückle-Rösner, Vorstandsvorsitzende der Diakonie Regensburg, bei einer Feierstunde verliehen bekommen. Mit ihr zusammen haben sieben weitere Helferinnen, darunter die Leiterin des Pflegedienstes im Seniorenheim, Marille Wanninger, das Ehrenzeichen erhalten. Es wird Menschen verliehen, die 25 Jahre in der Diakonie oder evangelischen Kirche tätig waren. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand ehren- oder hauptamtlich beschäftigt ist.
Bei der Feier in Bogen waren es überwiegend Ehrenamtliche, die „Floradix-Damen“ Elisabeth Grill, Maria Mirwald, Annemarie Plager, Katharina Sauckel und Johanna Raith, die Rückle-Rösner in einer persönlichen und unkomplizierten Würdigung als „Engel der Lebensfreude“ charakterisierte. Alle selbst schon zwischen 71 und 86 Jahre alt, backen sie Woche für Woche unermüdlich Kuchen, die sie zu den Nachmittagsveranstaltungen mitbringen und helfen bei Gottesdiensten. Zwei „Floradix-Damen“, Plager und Sauckel, sorgen zudem mit Gitarre und Zither für ergötzliche musikalische Unterhaltung. Damit bereiten sie den Heimbewohnern, ebenso wie den Teilnehmern der Feier, regelmäßig Freude. Auf besondere Art trägt auch die „quilige, jungen alte Dame“ Dorothea Wolf zum guten Klima in der Senioreneinrichtung bei. Die ehemalige Lehrerin schreibt seit 1986 rege über Ereignisse rund um das Seniorenheim in der örtlichen Presse, engagiert sich zudem im Heimbeirat und hat dafür ein „Goldenes Kronenkreuz“ verliehen bekommen. Sie, die sonst alle für ein Foto herumdirigiert, ließ sich diesmal freiwillig für ein Gruppenbild ablichten. Dagegen sträubt sich normalerweise auch Schwester Marille, wie die Pflegedienstleiterin gern liebevoll gerufen wird. Als einzige Hauptamtliche hat die gebürtige St. Englmarerin für 35 Jahre Dienst in der diakonischen Gemeinschaft das Ehrenzeichen bekommen. Gleichzeitig wurde sie lauthals mit einem Ständchen gefeiert, denn Wanninger beging am gleichen Tag ihren 55. Geburtstag. Die „Schnapszahl“ nahm Einrichtungsleiter Christoph Ziermann zum Anlass, die Altenpflegerin mit einem Marille-Saft aus der Wachau namensgerecht zu beschenken. „Sie sind ganz besondere Menschen“, hielt Rückle-Rösner den Geehrten in einer Rede entgegen, „heute werden sie für alle sichtbar, als Vorbild für andere“. Mit Urkunden für ihre zehnjähriges Engagement mit Spielnachmittagen wurden zudem Rita Hien und für Sterbebegleitung Gertraud Holzapfel gewürdigt.
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Kinderhort kann „Fuhrpark“ mit Spende erweitern
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Zwei Roller, kleine, wendige Tretroller aus Leichtmetall zum rumsausen. Diese „Außengeräte“, wie die flotten Flitzer für Kinder in der nüchternen Sprache der Pädagoginnen genannt werden, kann der Kinderhort in Nittendorf vor Weihnachten neu anschaffen. Damit wird der „Fuhrpark“ für die über 50 Hortkinder, die jeden Tag mit viel Engagement und Einfallsreichtum betreut werden, auf vier Tretroller aufgestockt. Ermöglicht wird diese Anschaffung durch eine Spende des Ortsvereins der SPD Haugenried. Bei einer Feier zum 40-jährigen Gründungsjubiläum des Ortsvereins hat der langjährige Vorsitzende Günter Weber seine Mitglieder um einen Beitrag gebeten, um den Hort zu unterstützen. Am Ende der Veranstaltung sind dabei immerhin 300 Euro zusammengekommen. Noch mal ein wenig aufgestockt, hat Weber den Betrag vor kurzem persönlich abgeliefert. Zusammen mit Max Brauner, dem 2. Vorsitzenden der aktiven Ortsgruppe, übergab er die Spende bei einem Besuch im Hort an Marion Bauer, seit fünf Jahren Erzieherin und Naturpädagogin in der diakonischen Einrichtung an der Grundschule Nittendorf. Den Dank verband Bauer mit einer Führung durch den Hort, der vor einigen Jahren durch einen Anbau erweitert worden ist.
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Rückle-Rösner übernimmt Vorsitz
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Bei der letzten Sitzung der „Arbeitsgemeinschaft der freien und öffentlichen Wohlfahrtspflege des Bezirks Oberpfalz, der Stadt und des Landkreises Regensburg“ ist Sabine Rückle-Rösner, Vorstandsfrau der Diakonie Regensburg, zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Elf Jahre lang steuerte Caritasdirektor Monsignore Bernhard Piendl das Gremium. Ab Januar wird er neuer Landesdirektor der Caritas in Bayern und geht nach München. Verabschiedet wird Piendl bei der nächsten Sitzung Anfang kommenden Jahres.
In dem Kreis sind Vertreter aller Wohlfahrtsverbände, der Sozial- und Jugendämter, Stadt-, Bezirks- und Kreisräte, des bayerischen Städtetages und der Regierung der Oberpfalz vereint. Sie treffen sich zwei- bis dreimal jährlich „zur gemeinsamen Planung und Erarbeitung von Vorschlägen für den Bezirkstag, den Kreistag und den Stadtrat“, wie es die Geschäftsordnung beschreibt. Zu den wichtigsten Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft gehört „die Durchsetzung wichtiger Anliegen der (…) Sozial-, Gesundheits- und Jugendhilfe“. Beispielsweise indem Gutachten und Empfehlungen für den Ausbau notwendiger Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Suchtproblemen gegeben werden.
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Spatzennest-Minis singen für Senioren
„Menschenwurm“ schlängelt sich mit „Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ durch Lilienthalstraße zum Königsgarten |
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„Rabimmel, rabammel, rabumm“. Aus hundert Kindermündern und noch einmal so vielen von Großen – Eltern, Betreuerinnen und Großeltern – schallte das Lied von der Laterne die Lilienthalstraße rauf und runter. In einem schier endlos langen Menschenwurm sind die „Minis“ vom Kindergarten Spatzennest am Martinstag zum Königsgarten Regensburg gezogen. Der liegt nur wenige hundert Meter vom Kindergarten entfernt. Ältere Menschen wohnen hier in einer betreuten Wohnanlage. Dort angekommen, wurden die Kinder von Bewohnern erwartungsvoll begrüßt, die sich auf ein Ständchen freuten. Durch Flure ging es weiter in den Garten, der fast ganz im Dunkeln lag. Auf den offenen, beleuchteten Gängen und Balkonen standen Bewohner und hörten begeistert zu. Mit bald heiseren Stimmen stimmten die Kindergärtnerinnen „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Ich geh mit meiner Laterne“ an. Laut und beherzt fielen die Kinder ein. Der ganze Hof schön beleuchtet von flackernden und bunten Laternen, die die Kinder in Händen hielten.
Nach Beendigung des vergnüglichen Ständchens erhielt jedes Kind beim Rausgehen einen Schokoladelebkuchen geschenkt. Diese wurden auf dem Rückweg zum Kindergarten genussvoll verspeist. Noch einmal beschworen Erzieherinnen und Kinder „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“, bevor mancher Pädagogin endgültig die Stimme wegblieb. Am nächsten Tag haben die Kinder unter Anleitung ihrer Erzieherinnen eine Karte gebastelt, mit der sie sich für die Einladung zum Singen und die Lebkuchen bedankten. Kindergartenleiterin Tanja Schmauss will den Kontakt zwischen Senioren- und Kindereinrichtung künftig verstärken. Sie will rüstige Bewohner einladen im Kindergarten aus Büchern vorzulesen oder Geschichten zu erzählen.
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Neuer Verwaltungsrat bei Diakonie
Dekan Eckhard Herrmann und Sabine Rückle-Rösner sehen Diakonie Regensburg auf „einem guten Weg in eine stabile Zukunft“ |
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Bei der Mitgliederversammlung des Trägervereins der Diakonie Regensburg ist ein neuer Verwaltungsrat gewählt worden. Das in der Satzung angestrebte Quorum von einem Drittel Frauen wurde zwar knapp verfehlt. Mit Pfarrerin Sibylle Thürmel von der Gemeinde Nittendorf und der Marketing-Fachfrau Christina von Frankenberg, sie ist in der Kirchengemeinde St. Markus engagiert, hat die Diakonie aber zwei neue Verwaltungsratsmitglieder gewonnen, die das bisherige Ungleichgewicht deutlich zugunsten weiblicher Qualitäten verändern. Die übrigen sechs Mitglieder, Ulrich Landskron, Martin Lange, Helmut Däschlein und die Pfarrer Peter Schulz, Friedrich Hohenberger und Bernd Kritzenthaler waren schon bisher im Verwaltungsrat und sind für die nächste Periode bis 2015 wieder gewählt worden.
An der Wahl beteiligten sich „so viele Mitglieder wie sonst nie“, bemerkte Dekan Herrmann bei Eröffnung der Jahresversammlung erfreut. In seinem Bericht bekräftigte er, dass sich die Lage durch den „Verkauf des Lutherhauses deutlich entspannt“ habe. Sabine Rückle-Rösner, Diakonie-Vorstand hob hervor, dass die „Rehabilitation bisher erfolgreich verlaufen“ sei und das Diakonische Werk sich auf „einem guten Weg in eine stabile Zukunft“ befinde. Besonders erfreulich sei der Zuwachs im Bereich der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) und der Bezirksstellenarbeit, sowie das erweiterte Leistungsangebot bei der Individuellen Schwerstbehindertenbetreuung (ISB) der Diakonie. Das sei „ein erster Schritt in Richtung ambulante Pflege“. Innerhalb der kommenden Jahre werde es zudem eine „Erweiterung des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses“ für alt gewordene psychisch kranke Menschen geben. Verwaltungsleiter Wilhelm Pöschel stellte den Jahresabschluss vor und wies darauf hin, dass sich die Zahl der Mitarbeitenden auf über 340 Personen erhöht habe.
Rückle-Rösner schlug vor die Dekanatssynode im Frühjahr 2012 in Kastell Windsor zu abzuhalten. „Das Atrium ist wärmstens zu empfehlen“, bekräftigte ein Mitglied, es herrsche jetzt eine „völlig andere Atmosphäre in Kastell Windsor“. Anschließend wurden Vorstand und Verwaltungsrat einstimmig entlastet und der neue Verwaltungsrat gewählt. Dieser besteht aus acht Mitgliedern und dem Dekan des Dekanatsbezirkes, Eckhard Herrmann, als Vorsitzenden von Amts wegen. Zu den Aufgaben des Verwaltungsrates gehört die Berufung des Vorstandes. Er berät und kontrolliert den Vorstand, entscheidet über die Grundsätze der diakonischen Arbeit und legt fest, ob neue Arbeitsbereiche aufgenommen oder geschlossen werden.
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Immer Mut zu eigenem Standpunkt
Als Erste aus der Startphase des Wichern-Hauses Dorothea Kraußer in Rente verabschiedet |
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Erstmals hat Peter Rummel, Leiter des sozialtherapeutischen Wohnheims der Diakonie, eine Mitarbeiterin in den Ruhestand verabschiedet. Dorothea Kraußer war bei der Eröffnung des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses im April 1998 als Hauswirtschafterin mit am Start. Von dieser Aufgabe, die bei ihr eher einer Leidenschaft gleicht, konnte sie auch nach dem Wechsel in den Gruppendienst nicht ganz lassen. Beredtes Zeugnis bot die liebenswürdige Würdigung einer Mitarbeitervertreterin, die anlässlich der Verabschiedung von den Back- und Kochkünsten der gebürtigen Regensburgerin schwärmte.
Diakonie-Chefin Sabine Rückle-Rösner brachte zur Abschiedsfeier im Wichern-Haus ein Präsent mit. Sie zeichnete das langjährige Engagement Kraußers für Diakonie und Kirche mit dem Goldenen Kronenkreuz aus. Verbunden mit einem persönlichen Dank händigte sie der treuen Mitarbeiterin die Auszeichnung für „27 Jahre im Ehren- und Hauptamt bei Innerer Mission (von 1969 bis 1972), Diakonie und Kirche“ aus. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit, sei Kraußer „bereits seit ewigen Zeiten in verschiedenen Ehrenämtern für die Kirchengemeinde tätig.“ Eine „geheimnisvolle Stimmung wie an Weihnachten“ bemerkte die Geehrte und meinte, „ich war noch nie bei einem Abschied dabei.“ Während ihrer Zeit im Wichern-Haus habe sie „Höhen und Tiefen erlebt.“ Dabei sei sie auch „manchmal an meine Grenzen gestoßen“, gab sie unumwunden zu.
Ihr Wechsel von der Hauswirtschaft in den Gruppendienst erfolgte, „weil ich da näher an den Menschen dran bin.“ Der Wunsch dazu zeichnete sich bereits in der Bewerbung ab, wie Rummel in einem launigen Rückblick auskundschaftete. „Vor allem an unseren Bewohner konnten wir 13 Jahre lang spüren“, zitierte er aus dem Bewerbungsschreiben, dass Kraußer „der Umgang mit Menschen viel Freude bereitet“. Seinen mit viel Lob gespickten Dank schloss er mit einem respektvollen Hinweis darauf ab, dass Kraußer immer Mut hatte, „eigene Standpunkte zu vertreten, auch wenn sie nicht in jedem Fall mehrheitsfähig waren“.
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„Pflegelehrling“ in Krawatte angehimmelt
Bei der Aktion Rollentausch besuchen AOK-Direktor Peter Hölldobler und Pflegeberaterin Heike Großer Senioren- und Pflegeheim der Diakonie in Bogen |
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Im Rahmen der bayernweiten Aktion Rollentausch haben der Direktor der AOK Straubing-Landau, Peter Hölldobler, und die Pflegeberaterin Heike Großer in der Senioren- und Pflegeeinrichtung Leonhard-Kaiser-Haus in Bogen mitgearbeitet. Einrichtungsleiter Christoph Ziermann begrüßte seine „neuen Mitarbeiter“ kurz nach acht, um sie auf die morgendliche Pflegebesprechung vorzubereiten. Während es Großer anschließend vorzog bei der täglichen „Morgenrunde“ des Sozialdienstes Übungen für Körper, Geist und Seele mitzumachen, schloss sich Direktor Hölldobler einem Pflegeteam an.
„Ich habe“, erzählte er in einem anschließenden Gespräch, „viele Damen besuchen dürfen“. Einer betagten Bewohnerin gab der aufmerksame „Pflegelehrling“ das Essen ein. Praktisch fütterte Hölldobler die alte Dame mit einem Pudding, den sie auch – entgegen häufig gemachter Erfahrung – vollständig aufaß. Tatsächlich war die Bewohnerin ganz angetan von ihrem neuen Pflegehelfer. Sie „himmelte den netten Herrn in Hemdsärmeln und Krawatte ordentlich an“, wie Ziermann später lachend kommentierte.
Derweil folgte Heike Großer den Vorgaben von Schwester Anna und übte mit Bewohnerinnen für die körperliche und geistige Fitness. In ihrem Berufsalltag berät und unterstützt die AOK-Beraterin Angehörige und Familien bei Fragen rund um die Pflege von alten oder behinderten Familienmitgliedern. Bei einer weiteren Gruppe half sie Bewohnerinnen bei Übungen zur Sturzprävention.
In einem Gespräch mit Einrichtungsleiter Ziermann meinte Hölldobler im Anschluss an den Rollentausch, er habe „das Gefühl, dass die Menschen hier gut aufgehoben sind“. Bei den Mitarbeiterinnen sei viel Teamgefühl und Zufriedenheit erkennbar gewesen. Ziermann bestätigte, dass man großen Wert darauf lege, „ein offenes Haus zu sein“. Es würden sich auch „viel mehr Angehörige als früher stark engagieren“, was sich positiv auf das Klima im Haus auswirke. Ziermann dankte den beiden „Rollentauschenden“ und ermunterte dazu, die gemachten Erfahrungen weiterzugeben.
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Diakonieheft Herbst/Winter 2011 |
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>> Was uns bewegt, hält uns lebendig. << Thomas Romanus
Liebe Leserinnen und Leser
An Bewegung hat es uns in diesem Jahr nicht gemangelt, aber die hält ja bekanntlich gesund. Und sie trägt auch bei zu Stabilität, denn was in Bewegung ist, bleibt flexibel und fällt auch in stürmischen Zeiten nicht so schnell um. Sichtlich bewegend war das Aufhängen der beiden Kreuze in unserer Geschäfts-stelle im August. Mit tatkräftiger Unterstützung aus dem benachbarten Baden-Württemberg, meiner Heimatregion, schmückt jetzt ein farbenfrohes und woll-weiches Filzobjekt die große Wand meines Büros. Sie sind herzlich eingeladen, es sich anzuschauen.
In Atem gehalten hat uns die Nachricht, dass der geplante Umzug ins zweite Obergeschoss des Alumneums mit den beiden Einrichtungen Tageszentrum-Café Insel und Betreutes Jugendwohnen nicht stattfinden kann. Die Suche nach geeigneten Alternativen hält uns jetzt erneut in Schwung. Dabei sind wir zuversichtlich, dass sich demnächst neue, vielleicht auch unerwartet Türen für uns öffnen werden.
Laden Sie sich das aktuelle Heft runter und lesen Sie, was die Diakonie Regensburg und den Werkhof Regensburg sonst noch bewegt und was wir bewegen.
Viel Freude wünscht Ihnen dabei, Ihre Sabine Rückle-Rösner, Vorstand der Diakonie Regensburg
>> zum Diakonieheft Herbst/Winter 2011 <<
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Margit Wild „musste schlucken“
Bei der Aktion Rollentausch besucht Landespolitikerin die Beratungsstelle IBW der Diakonie |
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Im Rahmen der bayernweiten Aktion Rollentausch hat die Landtagsabgeordnete Margit Wild die Arbeitslosenberatungsstelle IBW der Diakonie Regensburg besucht. „Dabei musste sie einige Male schlucken“, sagte Sozialpädagogin Monika Huber, als ein verzweifeltes älteres Ehepaar mit seiner Tochter um Unterstützung bei einem schwerwiegenden Problem bat, wo die wirtschaftliche Existenz der Familie unmittelbar bedroht ist. In einem weiteren Fall half Huber einem ehemals selbständigen Kaufmann, der sein Geschäft aufgegeben musste, beim Ausfüllen eines Antrages auf SGB 2-Leistung (Hartz 4). Trotz bester Deutschkenntnisse verstand der Arbeitssuchende, der zeit seines Lebens immer viel gearbeitet hatte, zahlreiche der Formulierung in dem Antrag nicht. „Viele haben Angst“, verdeutlichte Huber der Politikerin, die selbst aus dem sozialen Bereich kommt, „dass sie Sperren bekommen oder strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie etwas falsch ausfüllen“. Auch Deutsche, die hier geboren sind, hätten oft Schwierigkeiten die Anträge richtig auszufüllen und kämen, um sich beraten und helfen zu lassen. Insgesamt seien vergangenes Jahr 1200 Klienten zu ihr in die Beratung gekommen, berichtete Huber. „Dazu kommen noch 20 bis 40 Beratungsgespräche am Telefon“. Zur Zeit sei es ruhiger, „weil es schon länger keine Änderung der Hartz-4-Gesetze gegeben“ habe. In den letzten Jahren habe vor allem die Zahl der Menschen „ganz enorm zugenommen, die hart und oft ganztags arbeiten, aber zusätzlich Hartz-4-Leistungen beantragen“ müssten, weil „ihr Verdienst nicht zum Leben ausreicht!“
Sie habe die Vorstellung gehabt, gestand Wild in einem Gespräch mit Huber, „dass da Leute mit Plastiktüten voller Briefe und Bescheide kommen“, wo man sich erst einmal durchwühlen müsse. „Das kommt gelegentlich vor“, bestätigte Huber lachend. Meist aber hätten die Leute, die zur Beratung kommen, ihre Unterlagen gut beisammen. „Wenn nicht…“, ergänzt sie, helfe sie ein wenig nach. Grundsätzlich aber, „sollen das d`Leit selber auf die Reihe bringen!“ Wild zeigte sich beeindruckt von der „ruhigen und bestimmten Art“ die Huber ausstrahle. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass die Klienten „bei ihnen, als erfahrene und zuverlässige Fachfrau gut aufgehoben sind“. Auch wenn sie sich im sozialen Bereich ein wenig auskenne, „habe ich heute viel mitgekriegt“, fasste Wild ihre Eindrücke aus der Beratungsassistenz zusammen. Jeder Beruf in dem man mit Menschen zu tun habe, sei „spannend. Und man sieht was man bewirkt“, lobte sie die engagierte Arbeit der Diakonie-Beraterin, die oft bis in den Abend geht, weil Menschen erst nach ihrer Arbeit zur Beratung kommen können.
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Mit Zungenspitze zwischen den Lippen
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„Ich will sprühen…“ Kein Problem, Carolin Unrath von der Hochschule Regensburg legt alte Zeitungen auf dem Rasen im Garten des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses aus. Über einen gelben Karton als Bildträger pickt sie die transparente Schablone mit einem Gecko fest. Farbdose kräftig geschüttelt, die Teilnehmerin aus dem Kunstprojekt zielt – und nichts tut sich. Die Verwirrung schlägt in Gelächter um, als Unrath die Sprühsicherung abzieht und sich im Übereifer gleich selbst schwarz einnebelt.
Eine Woche lang haben drei Studentinnen mit Bewohnern des sozialtherapeutischen Wohnheimes der Diakonie Bilder in der Technik „Schablonen Graffiti“ fabriziert. Diese künstlerische Form kommt häufig bei der Street Art zum Einsatz und wird bisweilen auch illegal verwendet. Im Rahmen eines Seminars ihres Studiums soziale Arbeit haben sich Stefanie Schechtl, Carolin Unrath und Stefanie Wellenhofer zum Ziel gesetzt mit den Teilnehmern ihres Kunstprojektes drei großformatige Bilder zu erstellen, die anschließend im Wichern-Haus ausgestellt werden.
Zunächst hat das Trio in den Wohngruppen Teilnehmer für das Kunstprojekt geworben, die mit einfachen Vorlagen von Katzen, Eidechsen oder den Konturen einer Figur in die Technik eingeführt worden sind. Parallel dazu haben die Studentinnen drei Fotos von Bewohnern des Wohnheimes in zahlreichen Arbeitsschritten am Computer und über Wandprojektion soweit präpariert, dass Schablonen daraus geschnitten werden können. Diese dienen dann als Vorlage für die fertigen Bilder im Endformat von 60 mal 80 Zentimeter.
Bei dem Projekt ist einerseits die Fantasie der Bewohner gefordert, die sich den Schnittaufbau mit Stegen zwischen hellen ausgeschnittenen und dunklen erhaltenen Teilen vorstellen müssen. Mehr noch sind die, bei einigen Bewohnern aufgrund ihrer Erkrankung deutlich eingeschränkten, motorischen Fähigkeiten beansprucht. Es gehört schon eine Portion Feingefühl und Abstraktionsvermögen dazu, um eine Trompete in der Hand des Bläsers so genau vorzubereiten und auszuschneiden, dass sie auch später auf dem Bild sofort erkennbar ist. Mit den Köpfen tief über die Vorlagen gebeugt, die Zungenspitze zwischen den Lippen, lassen die Projektteilnehmer keinen Zweifel aufkommen, dass sie diese Hürden mit Bravour nehmen.
Info: Im sozialtherapeutischen Wohnheim der Diakonie Regensburg leben 32 psychisch kranke und beeinträchtigte Menschen; benannt ist es nach dem Theologen und Pädagogen Johann Hinrich Wichern, dem Begründer der Diakonie
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Kilo Wolle für künstlerisches Kreuz
Dreiteiliges Filz-Bild im Vorstandsbüro der Diakonie mit Sekt und Selters eingeweiht |
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„Für mich“ strahlt Künstlerin Beate Schilling-Lepold übers ganze Gesicht, „ist es Begleitung, ein Schatz, ein Hinweis auf den Weg des Lebens“. Die kreative Filzdesignerin aus dem schwäbischen Rutesheim spricht über ein dreiteiliges Kreuzbild, das seit wenigen Tagen das Vorstandsbüro der Diakonie mit leuchtenden Farben schmückt. Den Auftrag dazu hat Diakonie-Chefin Sabine Rückle-Rösner erteilt, eine Landsmännin Schilling-Lepolds. Einzige Vorgabe, es sollte ein Kreuz darstellen. Mit der Entscheidung statt Holz oder Metall auf das weiche, nachgiebige Material Wolle zu setzen, ist Rückle-Rösner ungewöhnliche Wege gegangen. „Für manche Aufgaben“, und damit meinte die muntere Vorstandsvorsitzende die Tatsache, Kunst in Auftrag zu geben, „muss man erst 50 werden!“
Um bei der Hängung dabei zu sein, war Schilling-Lepold mit der Bahn aus Stuttgart angereist. Hausmeister Fritz Bremm hatte eine vorab gelieferte Schiene bereits morgens unter Aufbietung aller technischen Kniffe angebracht, so dass die drei auf leichte Holzplatten aufgezogenen Filzbilder nur noch gehängt werden mussten. Das benötigte viel Feinabstimmung, um die richtigen Abstände zwischen den drei Einzelbildern zu finden. Dabei kommentierten alle Mitarbeitenden der Geschäftsstelle der Diakonie, die von Rückle-Rösner für die Präsentation zu Selters und Sekt eingeladen worden waren, eifrig mit. In einer kleinen Ansprache bedankte sich die Vorstandsfrau bei der ideenreichen Kunsthandwerkerin, die gestand, noch nie ein Bild dieses Formates gefilzt zu haben. „Im Kreuz“, betonte Rückle-Rösner, drücke sich „das Vertrauen und die Kraft aus, ohne die wir unsere Arbeit gar nicht machen könnten“. Für sie strahle das rund 1,50 mal zwei Meter große Wandobjekt „stumm werden, das Licht schauen, staunen“ aus. Animiert durch die leuchtenden Farben Rot, Orange und Gelb könne Sie „gestärkt und freudig den Tag beginnen“.
Seit zehn Jahren filzt Schilling-Lepold vorwiegend Objekte und schöne Gebrauchsutensilien, wie Handtaschen und Bekleidung. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich verstärkt mit künstlerischen Themen, die sie in Bildern umsetzt. Durch mischen und übereinander legen verschiedenfarbiger Wolle ergeben sich unerwartete Verbindungen und Farbverläufe, die ausdrücken, dass die „Kunst mitten aus dem Leben kommt“. Für die drei Einzelteile des Diakoniebildes habe sie insgesamt fast ein Kilo Wolle benötigt. In den Farben Rot, Gelb, Grün und Schwarz habe sie diese rund fünf Zentimeter hoch in eineinhalbfacher Größe des Endformats auf einer Fläche verteilt und gefilzt.
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Krisendienst Horizont wirbt...
Ausbildung in Krisenintervention für Bereitschaftsdienst des Krisendienstes Horizont |
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Im Herbst startet der Krisendienst Horizont eine Ausbildung in Krisenintervention für Ehrenamtliche, die sich neu engagieren wollen. Das Angebot richtet sich vorrangig an Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich, wie Diplom-Psychologen und -Sozialpädagogen oder Theologen. Interessenten sollten im Umkreis von Regensburg leben und bereit sein, mehrmals im Jahr für wenigstens vier Stunden Bereitschaftsdienst zu übernehmen. Der Beginn der Ausbildung wird mit künftigen Mitarbeitenden jeweils individuell vereinbart.
Der Krisendienst Horizont ist eine Beratungsstelle für Intervention bei Krisen und zur Vorbeugung eines Suizides. Schwerpunkte liegen in der Arbeit mit Menschen, die daran denken, sich das Leben zu nehmen oder dies schon versucht haben, sowie in der Beratung von Angehörigen. Außerhalb der Bürozeiten ist an Wochenenden und Feiertagen ein telefonischer Bereitschaftsdienst in der Zeit von 14 bis 18 Uhr eingerichtet. Dieser wird von Ehrenamtlichen geleitet, die aufgrund beruflicher Eignung und einer Weiterbildung zu speziellen Fragestellungen der Krisenhilfe gut auf diese Aufgabe vorbereitet sind.
Bewerber die sich beim Krisendienst Horizont längerfristig engagieren möchten, erhalten:
- eine kostenlose Ausbildung in Krisenintervention
- Möglichkeiten der Hospitation
- kostenlose Fortbildungen rund um die Krisenintervention
- Besprechung der Einsätze in Einzel- und Gruppensupervisionen
- Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen
- Austausch mit erfahrenen Psychologen und Therapeuten
- Eine Aufwandsentschädigung von 155 Euro im Jahr
Kontakt über die Leiterin des Krisendienstes, Antje Lange, unter Telefon (0941) 585960.
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Ehrenamtliche Aufgabe „mehr Geschenk als Pflicht“
Landrat Herbert Mirbeth ehrte in Feierstunde ehrenamtliche Laienhelfer der Diakonie Regensburg |
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„Es ist ja ein Arzt da“, frozzelte Landrat Herbert Mirbeth aufgeräumt, als er bei einer Feierstunde im Landratsamt einem Rotkreuzler mit der Nadelspitze eines Ehrenabzeichens zu Leibe rückte. Anschließend drückte er das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten in Form einer schlichten Anstecknadel Anneliese Buch, Ingeborg und Günther Schönharting vorsichtshalber gleich in die Hand, zusammen mit dazu gehörender Ehrenurkunde. Als Laienhelfer sind die Landkreisbewohner seit zwei Jahrzehnten für den Sozialpsychiatrischen Dienst der Diakonie Regensburg tätig. Sie betreuen psychisch kranke Menschen, die sonst über wenig oder gar keine Kontakte verfügen und in der Gesellschaft vereinsamen würden.
Aus Regenstauf fährt Anneliese Buch seit 17 Jahren alle zwei Wochen ins Bezirkskrankenhaus, um ihre Klientin zu besuchen und mit ihr zu reden. Jahrelang holte sie die Frau ab und unternahm Ausflüge, Spaziergänge, Einkäufe und Kaffeehausbesuche mit ihr. Seit sich deren Gesundheitszustand verschlechterte und auch kleinste Unternehmungen außerhalb des Heimes nicht mehr möglich sind, kommt Buch regelmäßig in die Pflegestation.
Das Ehepaar Ingeborg und Günther Schönharting aus dem westlichen Landkreis hat sich vor 20 Jahren auf eine Zeitungsnotiz hin bei der Diakonie als ehrenamtliche Helfer gemeldet. Unter Anleitung von Dr. Christina Strehl bekamen sie Klienten vermittelt. Wie andere Einzellaienhelfer auch musste Günther Schönharting bald lernen, eigene Erwartungen und Hoffnungen für den Patienten zurückzunehmen. Als ihm deutlich wurde, dass der betreute Mann nur über ein geringes Energieniveau verfügt, stellte er sich auf dessen „Tempo“ ein und blieb mit voller Akzeptanz und Wertschätzung an seiner Seite. Damit ist es ihm gelungen, eine bis heute andauernde, sehr vertrauensvolle Beziehung zu einem sonst äußerst zurückgezogenen Menschen aufzubauen.
Den Schock eines Suizides musste Ingeborg Schönharting verarbeiten, kurze Zeit nachdem sie ihre erste Klientin kennengelernt hatte. Mit einer neuen psychisch kranken Frau baute sie ab 1992 einen intensiven, guten Kontakt auf. Dieser hält bis heute an, obwohl die Betreuung beendet werden konnte. Seit fast zehn Jahren betreut die engagierte Laienhelferin eine andere Frau, für die sie dauerhafte Bezugsperson und gute Gesprächspartnerin geworden ist.
In einer persönlich gehaltenen Ansprache äußerte Landrat Mirbeth „großen Respekt für Jeden, der das auf sich nimmt“, mit oft schwierigen Menschen Kontakt zu halten und eine echte Beziehung aufzubauen. „Solche Menschen wie sie müsste es viel öfter geben“, beklagte er ein nachlassendes Interesse für ehrenamtliche Tätigkeiten in der Gesellschaft. Es sei „erfreulich“, wandte er sich an die zu Ehrenden, „dass sie bereit waren, mehr zu geben, als es die Pflicht des Einzelnen (Staatsbürgers) ist“. „Menschlich aber wird`s in einer Gesellschaft erst dann“, lobte er, „wenn das Bruttosozialprodukt des Herzens“ dazu komme. „Sie wirken meist im Stillen“, verdeutlichte er den Wert ehrenamtlichen Engagements in vielen Bereichen – Laienhilfe, Sport, Musik und Freizeit – und dankte den Helfern dafür, „was sie für die Gesellschaft leisten und schon geleistet haben“. Anschließend stellten die Geehrten ihre Aufgabenbereiche selbst ein wenig vor. Für ihn, hob Günther Schönharting einen wenig beachteten Aspekt hervor, sei die Aufgabe als Laienhelfer „nach 20 Jahren immer mehr ein Geschenk, als eine Pflicht“. Er sei „dem Mann heute dankbar“, denn das Laienamt sei für ihn motivierend. Damit sei Schönharting, stellte der Landrat heraus, „gerade für Männer in unserer Gesellschaft ein wichtiges Vorbild“.
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Gesucht - und schnell gefunden: Diakonische Angebote im Überblick |
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Wer sich über die Angebote und sozialen Dienste der Diakonie
Regensburg informieren will, war bisher darauf angewiesen in
verschiedenen Medien das für ihn/sie passende zu suchen. Deshalb haben
wir eine kleine Broschüre erstellt, die eine klar gegliederte und
vollständige Übersicht über sämtliche Einrichtungen und Angebote von
der Alten- oder Seniorenhilfe über den Sozialpsychiatrischen Dienst
bis zum Werkhof bietet. Diese liegt in vielen Kirchengemeinden,
evangelischen Einrichtungen und anderen öffentlichen Stellen auf oder
kann auf Wunsch auch zugesandt werden. Sie kann aber auch direkt hier
als einfache pdf-Datei in Bildschirmqualität heruntergeladen werden.
>> zur Info-Broschüre <<
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